Das Gelände des FLI auf der Insel Riems ist durch einen zweieinhal Meter hohen Zaun von der Öffentlichkeit abgeschirmt. weiter »
Die Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts forschen in modernen Laboren der höchsten Sicherheitsstufe an neuen Impfstoffen gegen tödliche Tierkrankheiten. weiter »
Beim Durchleuchten der angebrüteten Hühnereier kann festgestellt werden, ob der Embryo sich noch bewegt. weiter »
Mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops konnten bislang unentdeckte Viren gefunden werden. weiter »
Die selbst gezüchteten Wildschweine werden für Versuche zur Optimierung der Köderimpfstoffe eingesetzt. weiter »
Zellen werden in eine 24-Loch-Platte pipettiert. weiter »
Nachdem aufbereitete Verdachtsprobe von Vogelgrippeviren in angebrühtete Hühnereier gespritzt wurden, wird das Löchlein mit einem Tropfen Kerzenwachs verschlossen. weiter »
In der Fischhälterung zieht das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Forellen und Karpfen für spätere Versuche auf. weiter »
Auch weniger bekannte Tierseuchen werden auf der Insel Riems erforscht. weiter »
Da sich damals die Tierseuchen immer wieder vom Institut aus verbreitet haben, wurde das Institut 1910 vom Festland auf die Insel Riems verbannt. weiter »
Institutschef Mettenleiter will trotz engem Terminkalender nicht auf die Laborarbeit verzichten. weiter »
Übersicht der Zelkulturen, die in der Zellbank in Stickstofftanks bei minus 196°C gelagert werden. weiter »
Im wöchentlich stattfindenden Hausseminar stellen Wissenschaftler, Diplomanden und Doktoranden ihre Forschungsprojekte und Forschungsergebnisse vor. weiter »
Seucheninsel, Insel der Viren, Wahnsinnsinsel… sie trägt viele Namen – die Insel Riems.
Seit fast 100 Jahren ist auf der Ostseeinsel das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) beheimatet und forscht hinter zweieinhalb Meter hohen Stacheldrahtzäunen, massiven Mauern, Sicherheitsschleusen und dicken Glasfenstern an hochgefährlichen Tierkrankheiten. Rinderwahn, Vogelgrippe und Maul- und Klauenseuche sind nur die Bekanntesten.
Hinter den schlichten Fassaden, von denen der Putz bereits abblättert, forschen die Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts in modernsten Laboren der höchsten Sicherheitsstufe an neuartigen Impfstoffen gegen die tödlichen Viren. Den Großteil der Labore dürfen die Mitarbeiter nur geduscht und in steriler Schutzbekleidung betreten. Es herrscht Unterdruck. So kann Luft – und mit ihr Erreger – zwar hinein gelangen, jedoch nicht hinaus. So können auch die Forscher nach getaner Arbeit das Gebäude nur völlig nackt, durch eine Schleuse, in die automatisch minutenlang warmes Wasser gesprüht wird, verlassen. »Rausduschen« nennen sie das. Für Tiere gibt es hier allerdings kein Entkommen. Sie verlassen die Isolierställe nur in eingeäschertem Zustand. Sogar das Abwasser, die Gülle und der Mist werden hocherhitzt, um auch den letzten Keim abzutöten. Das FLI ist eine der am stärksten abgeschotteten Forschungseinrichtungen der ganzen Republik.
Den ungewöhnlichen Standort auf der Insel hat das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit dem Entdecker der Viren – Friedrich Loeffler – zu verdanken. Als er Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Festland nach Wegen suchte, die Maul- und Klauenseuche einzudämmen, breitete sich die schwere Krankheit immer wieder in benachbarten Viehbetrieben aus. Auf Druck der Bevölkerung wurde er mit seinem Institut schließlich auf die nahe gelegene Insel Riems verbannt. Zu Anfang war diese nur mit dem Boot zu erreichen, was sich im Winter, wenn das seichte Wasser zugefroren war schwierig gestaltete. 1926 wurde dann eine Seilbahn erbaut, mit der entweder 5 Personen oder eine Kuh transportiert werden konnten. Heute gelangt man über einen ca. 1 km langen, künstlich angelegten Damm vom Festland auf die Insel.
Vor wenigen Jahren wurde der Bereich der Tierhaltung des Instituts komplett erneuert. Hinter stahlblauen Fassaden sind Meerschweinchen, Fische, Mäuse und Wildschweine untergebracht. Direkt daneben liegt der Quarantänestall, in dem derzeit ein einzigartiges Projekt stattfindet. Die Forscher ließen vor 4 Jahren eine komplette Kuhherde mit mehr als 50 Tieren je 100 g BSE-haltige Hirnmasse schlucken. Die Tiere werden nun nach und nach geschlachtet und untersucht. So wollen die Forscher herausfinden, wie sich die Krankmacher im Rinderkörper ausbreiten. Mit der hochmodernen Tierhaltung hat ein Erneuerungsprozess begonnen, der das FLI zu Europas fortschrittlichstem Zentrum für Tierseuchenforschung machen soll. In dem erweiterten Institut, das 2010 fertiggestellt werden soll, wollen sich die Wissenschaftler verstärkt mit Tierkrankheiten wie der Vogelgrippe befassen, die auch den Menschen gefährden können.
Lene Münch, 1983 in Köln geboren, studierte Dokumentarische Fotografie und Fotojournalismus an der Fachhochschule Hannover und besuchte 2009 für zwei Semester die Danish School of Journalism in Århus, Dänemark. Kurz darauf machte sie ein Praktikum bei der Agentur OSTKREUZ in Berlin.
Am meisten interessiert sich Lene für kleine in sich abgeschlossene Welten. Mit ihren Fotoreportagen möchte sie Einblicke in genau diese verborgenen Parallelwelten geben und Orte und Menschen vorstellen, die sich durch ihren Glauben, ihre Aktivitäten oder ihren Standort von der Gesellschaft abgrenzen. Ihren fotografischen Schwerpunkt bilden dabei zurückgenommene Mittelformatfotos.
Die Arbeiten von Lene wurden unter anderem mit dem VGH-Fotopreis, dem Canon Profifoto Förderpreis und dem New York Photo Award ausgezeichnet und in Polen (u.a. im Kulturpalast), Frankreich (Visa pour l’image – off Festival), Finnland (Photographic Centre Peri) und Deutschland (u.a. in der Visual Gallery, 2. Lumix-Festival für jungen Fotojournalismus, FotoDoks 2010) ausgestellt.
Das Gelände des FLI auf der Insel Riems ist durch einen zweieinhal Meter hohen Zaun von der Öffentlichkeit abgeschirmt.
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Die Mitarbeiter des Friedrich-Loeffler-Instituts forschen in modernen Laboren der höchsten Sicherheitsstufe an neuen Impfstoffen gegen tödliche Tierkrankheiten.
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Beim Durchleuchten der angebrüteten Hühnereier kann festgestellt werden, ob der Embryo sich noch bewegt.
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Mit Hilfe des Rasterelektronenmikroskops konnten bislang unentdeckte Viren gefunden werden.
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Die selbst gezüchteten Wildschweine werden für Versuche zur Optimierung der Köderimpfstoffe eingesetzt.
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Zellen werden in eine 24-Loch-Platte pipettiert.
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Nachdem aufbereitete Verdachtsprobe von Vogelgrippeviren in angebrühtete Hühnereier gespritzt wurden, wird das Löchlein mit einem Tropfen Kerzenwachs verschlossen.
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In der Fischhälterung zieht das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit Forellen und Karpfen für spätere Versuche auf.
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Auch weniger bekannte Tierseuchen werden auf der Insel Riems erforscht.
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Da sich damals die Tierseuchen immer wieder vom Institut aus verbreitet haben, wurde das Institut 1910 vom Festland auf die Insel Riems verbannt.
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Institutschef Mettenleiter will trotz engem Terminkalender nicht auf die Laborarbeit verzichten.
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Übersicht der Zelkulturen, die in der Zellbank in Stickstofftanks bei minus 196°C gelagert werden.
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Im wöchentlich stattfindenden Hausseminar stellen Wissenschaftler, Diplomanden und Doktoranden ihre Forschungsprojekte und Forschungsergebnisse vor.
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Mehr Reportagen von Lene Münch
Die Insel Riems
Seucheninsel, Insel der Viren, Wahnsinnsinsel… sie trägt viele Namen – die Insel Riems.
Seit fast 100 Jahren ist auf der Ostseeinsel das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) beheimatet und forscht hinter zweieinhalb Meter hohen Stacheldrahtzäunen, massiven Mauern, Sicherheitsschleusen und dicken Glasfenstern an hochgefährlichen Tierkrankheiten. Rinderwahn, Vogelgrippe und Maul- und Klauenseuche sind nur die Bekanntesten.
Hinter den schlichten Fassaden, von denen der Putz bereits abblättert, forschen die Wissenschaftler des Friedrich-Loeffler-Instituts in modernsten Laboren der höchsten Sicherheitsstufe an neuartigen Impfstoffen gegen die tödlichen Viren. Den Großteil der Labore dürfen die Mitarbeiter nur geduscht und in steriler Schutzbekleidung betreten. Es herrscht Unterdruck. So kann Luft – und mit ihr Erreger – zwar hinein gelangen, jedoch nicht hinaus. So können auch die Forscher nach getaner Arbeit das Gebäude nur völlig nackt, durch eine Schleuse, in die automatisch minutenlang warmes Wasser gesprüht wird, verlassen. »Rausduschen« nennen sie das. Für Tiere gibt es hier allerdings kein Entkommen. Sie verlassen die Isolierställe nur in eingeäschertem Zustand. Sogar das Abwasser, die Gülle und der Mist werden hocherhitzt, um auch den letzten Keim abzutöten. Das FLI ist eine der am stärksten abgeschotteten Forschungseinrichtungen der ganzen Republik.
Den ungewöhnlichen Standort auf der Insel hat das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit dem Entdecker der Viren – Friedrich Loeffler – zu verdanken. Als er Ende des 19. Jahrhunderts auf dem Festland nach Wegen suchte, die Maul- und Klauenseuche einzudämmen, breitete sich die schwere Krankheit immer wieder in benachbarten Viehbetrieben aus. Auf Druck der Bevölkerung wurde er mit seinem Institut schließlich auf die nahe gelegene Insel Riems verbannt. Zu Anfang war diese nur mit dem Boot zu erreichen, was sich im Winter, wenn das seichte Wasser zugefroren war schwierig gestaltete. 1926 wurde dann eine Seilbahn erbaut, mit der entweder 5 Personen oder eine Kuh transportiert werden konnten. Heute gelangt man über einen ca. 1 km langen, künstlich angelegten Damm vom Festland auf die Insel.
Vor wenigen Jahren wurde der Bereich der Tierhaltung des Instituts komplett erneuert. Hinter stahlblauen Fassaden sind Meerschweinchen, Fische, Mäuse und Wildschweine untergebracht. Direkt daneben liegt der Quarantänestall, in dem derzeit ein einzigartiges Projekt stattfindet. Die Forscher ließen vor 4 Jahren eine komplette Kuhherde mit mehr als 50 Tieren je 100 g BSE-haltige Hirnmasse schlucken. Die Tiere werden nun nach und nach geschlachtet und untersucht. So wollen die Forscher herausfinden, wie sich die Krankmacher im Rinderkörper ausbreiten. Mit der hochmodernen Tierhaltung hat ein Erneuerungsprozess begonnen, der das FLI zu Europas fortschrittlichstem Zentrum für Tierseuchenforschung machen soll. In dem erweiterten Institut, das 2010 fertiggestellt werden soll, wollen sich die Wissenschaftler verstärkt mit Tierkrankheiten wie der Vogelgrippe befassen, die auch den Menschen gefährden können.
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Ewig treu
Lene Münch
Die Insel Riems
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Portraits
Lene Münch
Die erfundene Welt
Lene Münch
Lene Münch – Biografie
Lene Münch, 1983 in Köln geboren, studierte Dokumentarische Fotografie und Fotojournalismus an der Fachhochschule Hannover und besuchte 2009 für zwei Semester die Danish School of Journalism in Århus, Dänemark. Kurz darauf machte sie ein Praktikum bei der Agentur OSTKREUZ in Berlin.
Am meisten interessiert sich Lene für kleine in sich abgeschlossene Welten. Mit ihren Fotoreportagen möchte sie Einblicke in genau diese verborgenen Parallelwelten geben und Orte und Menschen vorstellen, die sich durch ihren Glauben, ihre Aktivitäten oder ihren Standort von der Gesellschaft abgrenzen. Ihren fotografischen Schwerpunkt bilden dabei zurückgenommene Mittelformatfotos.
Die Arbeiten von Lene wurden unter anderem mit dem VGH-Fotopreis, dem Canon Profifoto Förderpreis und dem New York Photo Award ausgezeichnet und in Polen (u.a. im Kulturpalast), Frankreich (Visa pour l’image – off Festival), Finnland (Photographic Centre Peri) und Deutschland (u.a. in der Visual Gallery, 2. Lumix-Festival für jungen Fotojournalismus, FotoDoks 2010) ausgestellt.
Lene lebt und arbeitet in New York.